Donnerstag, 11. September 2014

Herbstpost - Heimat

Ein Ort, an dem man sich daheim fühlt. Was ist Heimat für Euch?

Lange Zeit kannte ich ein spezielles Gefühl der Heimat nicht, nun ja, man geht aus dem Elternhaus, studiert, möchte Neues kennenlernen, wohnt an vielen verschiedenen Orten, vielleicht auch im Ausland, macht seine Erfahrungen und fühlt sich immer dort wohl, wo man ist, wo Menschen sind, mit denen man sich versteht, wo man es sich hübsch eingerichtet hat. (Momentan wohnen wir
ca. 200 km vom Heimatort entfernt).

Ich kam damals zwar immer sehr gerne zum Elternhaus, dem verlässlichen Hafen und dem Ort der Geborgenheit zurück, aber hatte nicht das Gefühl, mit dem Dorf enger verbunden zu sein.



Erst in letzter Zeit kommt bei mir ein Gefühl des "Hingehörens" auf, an den Ort meiner Kindheit, der gefüllt ist mit Erinnerungen. Erst jetzt bedeutet mir auch das Dorf und seine Plätze etwas. Erst jetzt könnte ich mir vorstellen, auch irgendwann an diesen Ort zurückzukehren, dort wieder Wurzeln zu schlagen.



 Undenkbar war das einst für mich gewesen. "Altbacken" kam mir das einst vor. 



So denke ich ist jede Lebensphase anders. 
Sturm und Drang-Zeit und Ankommen.




Wenn ich nun an den Ort meiner Kindheit zurückkomme, sehe ich den Kindergarten, die Grundschule im Ort mit anderen Augen. Mit dem notwendigen Abstand, um vieles zu verstehen und auch mit viel Neugier, was sich dort seit damals alles geändert hat.




Ich bin dankbar, dass es einen solchen Ort für mich gibt.  Ich weiß nicht, wie es mal sein wird, wenn die Eltern nicht mehr (dort) sind, welche Gefühle der Ort dann in mir hervorruft. Ob man dann aus Schmerz nicht mehr an den Ort zurück möchte oder ob das Gegenteil der Fall ist?



Ich kenne einige ältere Menschen, die viel und gerne von ihrer alten Heimat erzählen. Meist sind das Orte, die sie schon vor über 50 Jahren verlassen haben und die sie nie oder nur sporadisch mal wiedergesehen haben. Und doch sprechen sie immer noch mit viel Herzblut davon.
Vielleicht weil es die Jugendzeit ist, die sie dort verbrachten...

Wie geht Ihr mir Heimat um? Was bewegt Euch, wenn ihr am Ort Eurer Kindheit seid oder habt Ihr vielleicht schon immer dort gewohnt und empfindet es als "so stimmig"? Würde mich alles sehr interessieren.....




Kommentare:

  1. Oh ja...das ging mir sehr ähnlich...es mussten erst ein par Jahre vergehen, bevor ich gern wieder in die Heimat zurückkehrte ...;-) Schöne Fotos! LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Nina...,
    man wird älter, und dann sieht man die Dinge in einem anderen Blickwinkel.... ;0)
    Übrigens die Fotos sind wunderschön.
    Liebe Grüsse und einen schönen Abend wünsche ich Dir
    Silvie

    AntwortenLöschen
  3. Hallo liebe Nina,
    Deine Fotos sind traumhaft schön. Für mich ist Heimat da, wo ich mich wohlfühle und mich "wurzele". Das ist nicht in meiner Heimatstadt sondern eben ein Ende weg. Zu meinen Eltern habe ich kein so gutes und warmes Verhältnis. Vielleicht ergibt das auch eine andere Prägung.
    Viele liebe Grüße Synnöve

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das kann ich gut verstehen. Danke für deinen ehrlichen Kommentar.

      Löschen
  4. Meine Eltern wohnen nicht mehr da, wo ich aufgewachsen bin. Und die Gegend ist auch nicht mehr die, in der ich aufgewachsen bin. Da war es ruhig, eine Stadtrandlage in Berlin, viel grün, die Mauer nah bei. Durch die Wende hat sich sehr viel verändert. Die Straße ist jetzt eine Hauptverkehrsstraße - damals gab es nicht viel Verkehr. Es gibt neue Läden, sogar einen McDonalds!! Die S- Bahn war stillgelegt und fährt nun auch wieder usw. Es gibt für mich in dem Sinne keine Heimat mehr und das ist schon irgendwie komisch. Inzwischen wohne ich ca. 600km entfernt, aber ich fühle mich auch hier nicht wirklich heimisch. Mehr allerdings als in der Großstadt, ich wollte immer schon weg!
    LG
    Tinka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es muss seltsam sein, Berlin jetzt so verändert zu sehen. Dir bleibt ja noch die Erinnerung, wie es damals war. mir gehts auch so, dass ich lieber auf dem Land lebe. vielen Dank für dein Statement. ;-)

      Löschen
  5. Hallo Nina,
    als ich deinen Post las musste ich schmunzeln. Es geht mir momentan genau gleich wie dir. Ich freue mich jedesmal wenn ich in meinen Heimatort zurückkehre. Ich zeige jedesmal meinen Kindern, wo ich in die Schule gegangen bin, wo ich immer gespielt habe usw.

    Tief in meinem Inneren hoffe ich, irgend wann einmal an diesen Ort zurückzukehren. Immer öfters überfällt mich das Gefühl von Heimweh, obwohl ich eigentlich nur ca. 10 km von diesem Ort entfernt wohne.
    Liebe Grüße,
    Christine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist ja witzig, dass es dir genauso geht! :-)

      Löschen
  6. Nina,
    wunderschöner Post! Die Bücher, das ist ganz einfach. Von einem Hardcover dein Einband lösen und dann ganz einfach eine Seite von unten nach oben falten und von oben nach unten, so dass ein Dreieck entsteht und so verfährst du mit allen Seiten. Nimm kein allzu dickes Buch, die Schwierigkeit beginnt weiter hinten - aber sonst ist es super einfach.
    Schöne Tage
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach so geht das!! Danke für die Info, das werde ich auf jeden Fall ausprobieren!!

      Löschen
  7. So ein wunderbarer Post, mir geht es ganz ähnlich, nur dass ich deutlich näher an meinem Heimatort wohne. Und schöne Bilder hast du dazu gemacht

    Liebste Grüße zu dir :-)

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Nina,
    dafür hast Du aber ganz wundervolle Fotos ;o)))
    Ich fühle mich dort zu Hause, wo meine Familie ist.
    *knutscha
    Scharly

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Nina,
    zu dort wo ich aufgewachsen bin - in einem Randbezirk von Wien - empfinde ich keine Heimatgefühle, jedenfalls keine positiven. Ich empfand es eher als trostlos, als ich sah, wie dort die kleinen Läden verschwanden, wo ich als Kind meine Buntstifte oder Süßigkeiten eingekauft habe. Am ehesten melancholische Heimatgefühle (oder vielleicht auch Vergangenenheitssehnsüchte ?) empfinde ich, wenn ich an einen Ort denke, wo wir während meiner Kindheit und Jugend rund 10 Jahre lang (ab meinem 11. Lebensjahr) an jedem Winterwochenende und in sämtlichen Winterferien hingefahren sind - dort war "unser" Skigebiet, dort stand unser winterfester Wohnwagen auf einem Wintercampingplatz; dort hatte ich einen großen gemischten Freundeskreis und viele Skikumpane - in Wien nur Schulkolleginnen; dort ging ich gern in die Dorfdisco - die Wiener Schnöseldiscos mochte ich nicht; dort konnte ich das Stall- und Landkind sein, das ich in meinem Inneren immer war, dort habe ich meine ersten Verliebtheiten erlebt, ... Aber dieser Ort ist (wie ich leider erfahren habe) auch nicht mehr das, was er einmal war - deshalb erinnere ich mich daran lieber, als ihn zu besuchen... Und genieße den Ort, an dem ich jetzt lebe, als meine Heimat - bis zu dem Zeitpunkt, wo ich vielleicht einen anderen Ort zu einer neuen Heimat machen werde....
    Ganz liebe Grüße, Traude

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Traude, vielen Dank für diesen ausführlichen und persönlichen Bericht!

    AntwortenLöschen
  11. heimat...welch ein Begriff, ich denke jeder von uns verbindet es mit einem anderen gedanken, mit Sehnsüchten, mit zurückblickern, mit dem sich erinnern.An die eigene Jugend an das was mal war und heute nicht mehr ist. Alte Jugenderinnerungen, alte Freude , die Schule der eigene Werdegang all das hat wohl viel mit heimatlichen Gefühlen zu tun.da wo man sich wohlfühlt, Freunde hat, in der eigenen seele sitzt das Heimatgefühl...
    wunderschöne Fotos hast du uns mitgebracht....
    lieben Gruß angel...

    AntwortenLöschen