Sonntag, 8. November 2015

Von vererbten Veranlagungen und so...

Wer bei mir schon eine Weile mitliest, dem wird nicht entgangen sein, dass ich keine Lifestyle- und Food-Bloggerin bin. Warum? Weil es gar nicht zu mir und unserem Lebensstil passen würde. Bei uns sieht es kein bisschen stylisch aus und wenn, dann ist das nicht von Dauer. Das kann natürlich auch daran liegen (ihr dürft übrigens gerne zu Dauer-Daumendrückern werden...), aber auch ein neues Zuhause wäre bei uns immer noch zweckmäßig und funktional und erst in zweiter Linie stylisch. 

Denn bei uns muss es meist schnell gehen. Ich liebe und bewundere Blogs, bei denen es wunderschöne cleane Zuhause zu sehen gibt, aber es ist nicht meins. Dafür sprühe ich vor Kreativität und könnte jeden Tag ein anderes Projekt (oder mehrere...) umsetzen, wofür ich natürlich auch nur wenig Zeit habe...




Bei Food ist es ähnlich. Ich liebe es zu kochen, Neues und Altbewährtes auszuprobieren, auch zu backen, aber NIE werdet ihr bei mir etwas perfekt Gestyltes zu sehen bekommen. Denn für das "Finishing" fehlt mit das Händchen und die Zeit.  Jetzt sind wir auch schon beim Thema.

Je älter ich werde, desto verblüffender finde ich, dass ich (wie jeder von uns) ein Sammelsurium von geerbten Veranlagungen und Vorlieben bin. Dass ich weniger Wert auf Details lege und den Blick mehr aufs Ganze lege, habe ich geerbt. Es ist unheimlich spannend, diese Dinge an sich zu entdecken.



Jede Persönlichkeit setzt sich zusammen aus Erlebtem und Verarbeitetem und Geerbtem. Beispielsweise war meine Großmutter nie pedantisch aufs Aufräumen aus, was einige von euch vielleicht bei dieser Generation seltsam finden. Sie hat immer 5 gerade sein lassen, als Kind war es für mich daher herrlich, mich nicht immer vorsehen zu müssen. Denn meine Mutter (wahrscheinlich als Reaktion auf ihre Mutter), war immer in allem sehr genau. Alles musste an seinem Platz sein, alles perfekt sauber. Natürlich weiß ich nun nicht, ob ich eine Gegenreaktion zu meiner Mutter entwickelt habe oder das Ganze von meiner Großmutter geerbt habe - ist ja auch egal. ;-)





Es ist einfach interessant zu ergründen, woher man seinen Charakter oder bestimmte Eigenschaften hat bzw. wodurch sie entstanden sind. Dann nämlich versteht man auch seine Eltern besser. Manchmal macht es (mir) auch ein bisschen Angst, wenn ich das eine oder andere an mir entdecke...Dann denkt man sich....ups...werde ich jetzt in diesem Punkt genauso wie XY??





Geht es Euch auch so? Entdeckt Ihr auch an Euch Seiten, die Ihr eigentlich schon von woanders in der Familie ganz genau kennt? Und wie geht Ihr damit um? Dagegensteuern, wenn es etwas Negatives ist? Sich freuen, wenn es etwas Schönes ist? Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Kommentare.



Kommentare:

  1. Liebe Nina,
    ich kann Dich gut verstehen!!! Ich mag individuelle Wohnungen, in denen Leben ist, viel lieber als irgendwelche durchgestylten, fast schon steril wirkenden Wohnungen, in denen sich das Geschirr und die Einrichtung etc. im 4 Wochen Takt verändert...(ich finde es schon auch ein wenig gruselig, wie ähnlich sich manche Wohnungen in den Blogs mittlerweile geworden sind...) Ich jedenfalls brauche Wärme und Kreativität um mich und ich freue mich über Blogs wie Deinen, in denen ich wunderschöne, individuelle Bilder sehen kann, die vom Leben erzählen und nicht vom Konsum :)
    Auch das Beschäftigen mit seinen Wurzeln finde ich sehr wichtig und es hat mich auch ein ganzes Stück weitergebracht...Wenn mich bestimmte Marotten an mir stören versuche ich sie zuverändern, ansonsten gewinne ich sie lieb :)
    Sei ganz, ganz lieb gegrüßt und lass es Dir gut gehn,
    Katrin, die Dein Mandala ganz doll mag :)

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  2. Liebe Nina,
    ich bin froh, dass du bist, wie du bist! (Also gut, ich kenne dich nicht wirklich, sondern nur deinen Blog und das, was du darin erzählst, aber gerade da finde ich es sehr wohltuend, dass du nicht versuchst, dich anders darzustellen, als du bist und als du dich fühlst.)
    Ja, das mit den ererbsten Eigenschaften kenne ich auch ;o)) Bei mir war übrigens meine Mutter diejenige, die im Haushalt Fünf gerade sein ließ und meine Gruoßmutter (allerdings väterlicherseits) die pedantische Putzerin. (Die Großmutter mütterlicherseits war gesundheitlich von meiner frühesten Kindheit an in keiner sehr guten Verfassung, weshalb ihr putzen schwerfiel - zu ihr kamen ab und zu Heimhilfen oder andere Helferinnen. Ich kann also nicht einschätzen, wie genau sie war, aber ich glaube, sie war keine Pedantin.) Ich selber würde mich als kreative Chaotin bezeichnen. Manchmal durchaus mit einem Ordnugnsfimmel, den ich aber niemals so durchziehen kann, wie es mir vorschweben würde. Allein schon aus Zeitgründen... Und so zucke ich dann eben auch mit den Schultern und pfeiffe auf die Perfektion ;o) Deine Stillleben (bzw,. das erste Foto wirkt wie ein Mandala) finde ich wahnsinnig schön und harmonisch!
    Alles Liebe von der Traude
    ჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓ

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  3. Liebe Nina, die Frage ist, lebt man für den schönen Schein und die (vermeintliche) Bewunderung durch andere oder lebt man authentisch und macht die DInge so wie sie für einem und die Familienmitglieder passen?! Ich denke, dass all die stylischen Blogs deswegen so funktionieren, weil die Menschen durch die allgegewärtige Werbung geschäftstüchtigen Schein mit der Realität verwechselen, oder machen Hunde und Babys von Food und Stylebloggern nur virtuell Mist und Spuren an Wäsche und Mobiliar, das man dann mit einer leichten Handbewegung wie einst die bezaubernde Jeannie wegzaubert?! Wir wissen doch, dass es schöne Bilder gibt, die man sich gerne anschaut und die mit der Realität nur für den Augenblick oder zwei etwas zu tun haben und dass Staub und Vergänglichkeit alles betrifft, nur die ge-schönten Bilder in den Medien nicht. Ich liebe Märchen und schöne BIlder, bin mir gleichzeitig immer bewusst, dass das Leben so unendlich vielfältiger ist als der schöne Schein und ganz ehrlich: Solche Blogs langweilen irgnendwann. O.k. sehr schön und weiter? Wir wissen, dass das echte Leben anders ist und dass Werbung mit allen rafinierten Mitteln der Sozialwissenschaft arbeitet, wozu auch manchmal gehört, ein kleines Missgeschick zu zeigen, damit es eben "echter" wirkt. Mir fällt in letzter Zeit auf, wie übertrieben manche Ereignisse geworden sind. Bei Hochzeiten muss ein Weddingplaner ran und 50 Punkte perfekt abgewickelt und farblich durchkpmoniert sein. Eine EInladung zum Abendessen muss mit toller Tischdeko und perfektem 5-Gangmenü und passender Weinbegleitung die Gäste verwöhnen. Häää, gehts noch? Können wir einfach ganz normal leben und feiern und uns aneinander freuen und das Einfache schön finden, dankbar sein für die kleinen Dinge in unserem Leben?
    Sorry, du hast da in ein Nest gestochen, ich hör schon auf, es wird sonst zuviel ;-) Ich mag deinen Blog, weil er herzlich und normal ist, gerade deswegen!
    Liebe Grüße ELisabeth

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